CLAUS STOLZ

BIOGRAPHY

SONNE - Editionen

Sammlereditionen in unterschiedlichen Grössen
und Auflagen.

- Kartonschuber mit 9 Fotografien.
20 x 20 cm. Auflage 10 +2 AE.
Lamda fotogr. Abzüge

- Edition mit Auflage 5 +2 AP.
100 x 100 cm. Art Sec-Print, kaschiert.

- Edition mit Auflage 5 + 2 AP.
50 x 50 cm. Art Sec-Print, kaschiert.

Alle rückseitig signiert und nummeriert.

Entstehungsjahre 2007- 08


zu den Arbeiten:


Bei den Sonnenaufnahmen von Claus Stolz handelt es sich
um Fotografien im Wortsinn - es sind die Spuren der Sonnen-strahlung, welche diese bei Langzeitbelichtungen im Film hinterlässt.

Alle Variationen aus dem Werkzyklus „Sonne“ gehen aus
einem mehr oder weniger starken Prozess der Zerstörung durch die Licht- bzw. Wärmestrahlung der Sonne hervor:
rund, oval oder, je nach Belichtungszeit langgezogen, in die jeweilige Filmemulsion mehr oder minder stark eingebrannt.
Die Belichtungszeiten variieren zwischen wenigen Sekunden bis zu einer Stunde.

Das Kameraobjektiv wird bei diesen Aufnahmen direkt in die Sonne ausgerichtet, während der Belichtung ist die Kamera auf einem Stativ fixiert. Die Strahlungsintensität der Sonne, je nach Wetterlage abgeschwächt oder unterbrochen durch Bewölkung während der Belichtung, sowie das verwendete Filmmaterial und die Einstellungen der Kamera bestimmen das Ergebnis. Auf diese Weise wird der Lauf der Sonne bzw. eine durch die Erdrotation während der Belichtungszeit zurückgelegte Strecke auf Zelluloid gebannt.


"...Claus Stolz hat letztes Jahr in Göttingen, wo wir uns während eines Künstlergesprächs kennen gelernt haben, Bilder gezeigt, die er gegen jede Regel nicht mit der Sonne, sondern gegen die Sonne aufgenommen hatte. Bei weit geöffneter Blende zeichnete das Licht nicht mehr Abbilder der Wirklichkeit in das lichtempfindliche Material,
sondern Sinnbilder. Zum Teil attackierte der brutale Lichteinfall das empfindliche Negativmaterial bis hin zur Verbrennung, was am Ende, wenn Sie mir das Paradox erlauben, Ikonen einer zauberhaften Apokalypse hervorgebracht hat. Bilder, in denen die Akte von Zerstörung und Vernichtung in blendender Schönheit sich zeigen und sinnverwirrende visuelle Rätsel vor unsere Augen stellen, die in ihrer Abstraktion keinen klar benennbaren Referenten in der Wirklichkeit mehr haben und dadurch unsere imaginativen Fähigkeiten aufs Äußerste herausfordern..."

"...ozeanische Aufnahmen, merkwürdige Lebewesen, Mikrofossilien, ... Viren, Krankheiten - so sehr wir, wenn wir davon hören, Widerwillen oder Ängste entwickeln, die haben ja auch etwas faszinierendes, wenn man sie sieht, eine eigenartige Schönheit, wie vergiftetes Konfekt... die Farben, all das findet man hier."

Michael Stoeber